Beim Füchsle-Camp auf dem Platz des FSV Altdorf konnten die Nachwuchskicker
unter professioneller Anleitung so richtig loslegen.
Der Auftritt auf dem-Platz klappte schon wie bei den Top'Stars.
Fotos: Sandra Decoux-Kone
In der Mini-Champions-League gekickt
Die Freiburger Fußballschule machte auf dem Platz des FSV Altdot'f Station
Ettenheim-Altdorf (bie). Auf dem
Platz des FSV Altdorf steht die Sesamte
Fußballerjugend des Vereins;
die Jungs sind alle bereit für
ihren Einsatz in der Mini-Champions-
League. An diesem Tag sPie'
len sie nicht nach Altersklassen bei
den Bambini oder der CJugend,
sondern Kleine spielen mit Großen
für Real Madrid, Bayern München
und den SC Freiburg, der dank einer
Wildcard dabeiist.
Dessen Spieler gruppieren sich zusammenmit
den anderen Teams auf
dem Rasen, Stadionsprecher Tobias
Rauber ruft die Namen der Spieler
auf, die Losfee Victoria aus dem
Topf gezogen hat. Rauber hat sich
gemeinsam mit seinen fünf Trainern
von Freiburg nach Altdorf aufgemacht,
um gemeinsam mit den
acht- bis l4-jährigen Kickern in einer
Art Camp unter professioneller Anleitung
zu trainieren. Die Freiburger
Fußballschule, für die er arbeitet, ist
ein Projekt des SC Freiburg.
Der SC schickt gemeinsam mit
Rauber Sportstudenten und Spielerinnen
wie Larissa Hummel, die in
der zweiten Damenmannschaft des
SC Freiburg aktiv ist, zu Vereinen im
Schwarzwald und in der Rheinebene.
Ziel ist, die Jugend noch mehr
fürs Füßballspielen zu begeistern
und so ganz nebenbei Werbung für
den Freibulger Erstligisten zu machen.
"Viele
schwärmen für Bayern
München oder Stuttgart""weiß Rau-
Hält er ihn oder hält er ihn nicht?
ber, und das solle sich ändern. Dementsprechend
spornt er die sieben
|ungs vom SC Freiburg an. ,,Wir hoffen,
dass der SC gewinnt", sagt er
nach der Ansprache am Mikro mit
einem Augenzwinkern.
Alles bestens vor Ort
Drei Tage Betreuung auf dem
Sportplatz mit Training und Spielen
sowie einer Ausrüstung mit dem
Trainingscamp-T-Shirt in'Schwarz-
Rot, einem Ball und einer Trinltflasche
sind in der Teilnehmergebühr
inbegriffen, ebenso eine Einladung
zu einem Heimspiel der Freiburger,
das ieder Einzelne mit einem Elternteil
besuchen darf. Bewerben känn
sich jeder Verein aus der Region bei
der Fußballschule, aber nicht alle
kommen zum Zug. Laut Rauber
brauche rnan Vereine, die eine geeignete
Anlage und engagierte Mitglieder
haben - ,,so wie der FSV Altdorf",
lautet das Lob. Auch dessen
|ugendbetreuerin Lucia Huber
schaut nach dem Rechten.
Acht Minuten dauert ein Spiel
von zwei Mannschaften auf dem
Feld. Mannschaften, die nicht spielen,
dürfen sich im Schatten ausruhen.
Am Rand steht ein Wassereimer,
in den die fungs zur Abkühlung
auch ihren Kopf hineintunken können.
Es gibt viel zu trinken und vor
und nach dem Mittagessen reichlich
Apfel und Bananen.
Mit sozialer Komponente
Außer dem Sportlichenwie dem
Üben von Pässen und dem genauen
Torschuss hat alles auch eine soziale
I(omponente. Dazu gehört am
Morgen vor dem Aufwärmen die Begrüßung
des Tlainers und nach dem
Spiel das gegenseitige Abklatschen
der Gegner mit der Hand. Beleidigungen
und Auslachen der anderen
Spieler sind verboten, Zuwiderhandlungen
ahnden die llainer. So
gibt es als Strafe für unflätige Wörter
fünf ,,Kängurus": Det Missetäter
muss fünf Mal wie ein solches hochhüpfen.
Findet sich unter den I0einen ein
potenzieller Ronaldo? Danach fragen
zwei Senioren des Vereins, die
zum Zuschauen gekommen sind.
Die Suche nach Talenten sei Nebensache,
wie Rauber als Betreuer des
Füchsle-Clubs und der Fußballschule
sagt. Überhaupt seien die Namen
der richtig guten Nachwuchsspieler
bereits bekannt. Nochmals betont
Rauber, dass es nur urR SPaß am
Fußball undBegeisterungfür den SC
geht.
Kleines Fazit
Das Projekt zeigt seit seinem Beginnvor
zweifahren bereits erste Erfolge.
Vier Vereine waren es 2010, im
vergangenen Jahr waren es 13
Camps, und 2012 werden es voraussichtlich
18 Camps sein, die seit den
Osterferien stattfinden. Allein in
den Sommerferien finden neun
Camps statt, Altdorf ist eine Station.
Dort gewinnt Dortmund, nach 2;2
und Verlängerung, das Finale gegen
Chelsea im Elfmeterschießen. Der
SC Freiburg wird Achter, aber: Er ist
,,Sieger der Herzen".