Das Glück der Flüchtigen

Der FSV Altdorf steigt am Ende dank Schützenhilfe in die Landesliga auf.
Nach zwei Jahren in der Bezirksliga kehrt der FSV Altdorf in der nächsten Saison in die Landesliga zurück. Aufgrund der zeitgleichen Niederlage des Konkurrenten SC Offenburg reichte dem Tabellenführer ein Unentschieden zum Aufstieg. "Mir hat es den Stecker gezogen, es ging nix mehr." "Die Beine wurden am Ende immer schwammiger." Zwei Sätze, die den Aufstiegskraftakt des FSV Altdorf am gestrigen Nachmittag treffend beschreiben. Ersteren sprach der erschöpft ausgewechselte Altdorfer Flügelspieler Steffen Fleig, als er auf der Tribüne der Klostermatte saß, das Gesicht bedeckt von Schweiß – da waren noch 15 Minuten zu spielen. Seine Mannschaft führte und steuerte dem Aufstieg entgegen. Zweiter kam aus dem Mund von Altdorfs Spielertrainer Christoph Oswald, als er auf der Auswechselbank saß, das Gesicht bedeckt von Sekt – da war das Spiel seit 15 Minuten zu Ende. Seine Mannschaft hatte am Ende nicht mehr geführt und war dem Aufstieg entgegen geschlingert.
Die Lahrer Gastgeber hatten in der Nachspielzeit ausgeglichen und nur aufgrund der Schützenhilfe vom SV Oberwolfach, der gegen den Altdorfer Konkurrenten SC Offenburg gewann, reichte das Remis dennoch zum Aufstieg. So bevölkerte statt bitteren Tränen süßer Sekt die Gesichter des 29-Jährigen Spielertrainers und seinen Akteuren. "Ein absolut schönes Gefühl ist das", beschrieb Oswald das Erreichen des Aufstiegs. "Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Wir waren lange etwas abgeschlagen und niemand hatte uns so recht auf dem Zettel. Speziell in den letzten sechs, sieben Wochen hat die Mannschaft das aber super gemacht und jetzt sind wir aufgestiegen. Ich bin stolz auf die Jungs", sagte Oswald weiter.
Es war eine insgesamt ausgeglichene Partie auf der Klostermatte, die größeren Chancen hatten jedoch klar die Gäste, die von Anfang an auf Sieg spielten. Von Nervösität oder dem Druck des Gewinnenmüssens war nichts zu spüren. Die Altdorfer spielten munter drauf los und sich immer wieder Chancen heraus. Sie brachten die meisten davon nur nicht im Tor unter. Zweimal schoss der Altdorfer Stürmer Matthias Walther seine Mannschaft in Führung. Eine Viertelstunde vor der Pause sowie sechs Minuten danach. Zweimal hatten die Altdorfer danach mehrere hochkarätige Möglichkeiten, die entweder am Gehäuse vorbei flogen und kullerten oder an den Füßen und in den Armen vom Lahrer Torwart Alexandru Gross landeten.
Die Folge davon war jeweils der Ausgleich durch die Spielvereinigung. Konstantin Oldenburger erzielte das 1:1 kurz vor der Pause, Dimitri Holm das 2:2 kurz vor dem Schlusspfiff. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Ergebnis des SC Offenburg bereits rumgesprochen, so dass sich die Altdorfer am Ende noch mit Glück über die Ziellinie flüchteten und aufgrund des besseren Torverhältnisses in der nächsten Saison in der Landesliga spielen werden.
Die Erschöpfung war am Ende auch aus Steffen Fleigs Gesicht gewichen. Da war jetzt ein Lächeln. Und Sekt. "Geil."

Spvgg. Lahr:
Groß, Oldenburger (90. Pockrandt), Zieser, Olbrich (46. Nowak), Bohl, Jung, Himmelsbach, Maslov (46. Orlow), Scholz, Holm, Vomrath.
FSV Altdorf: Geppert, Morat, Götsch, Rauer, Spelsberg, Oswald, Fleig (70. Holzmüller), Stückle, Jenner, Karl, Walther (75.).
Tore: 0:1 Walther (31.), 1:1 Oldenburger (45.), 1:2 Walther (51.), 2:2 Holm (90. + 1).
Rot: Gross (Spvgg., 86.)
Schiedsrichter: Heitzmann (Mühlenbach).
Zuschauer: 230.

Quelle: Badische Zeitung vom 06.06.2011