Halb geschlenzt, halb geschossen - Jan Wurths Traumtor ist der Anfang vom Ende für den Lahrer FV im Landesliga-Kellerduell beim FSV Altdorf
FUSSBALL LANDESLIGA: FSV Altdorf — Lahrer FV 3:0 (0:0). Mit dem deutlichen Sieg im Kellerderby hat sich der FSV Altdorf freigeschossen und drei wichtige Punkte eingefahren. Der Lahrer FV hingegen findet sich auf dem vorletzten Tabellenplatz und somit mitten im Abstiegskampf wieder.

Frank Müller fasste seinen Gesichtsausdruck nach Spielende mit folgenden Worten zusammen: "Ich bin wirklich ratlos." Der Lahrer Interimstrainer saß noch Minuten nach Spielende auf der Auswechselbank und versuchte das Geschehene zu erklären. Aus seinen Erklärungsversuchen wurde aber vielmehr ein Klagen: "Ich verstehe manchmal wirklich nicht, wie wir uns die Tore fangen." Damit gemeint war vor allem der Altdorfer Führungstreffer anfangs der zweiten Halbzeit durch den 38-jährigen Routinier Jan Wurth.
Die Situation war eine ganz normale: Einwurf für Altdorf in Höhe des Lahrer Strafraums. Die Defensivabteilung des LFV war in der klaren Überzahl, ließ sich aber dennoch einfach düpieren. Jan Wurth nahm den Ball an, spielte ihn zum eingewechselten Dominik Wolters, dieser ließ den Ball wieder abtropfen und der Rest war ein Traumtor: Halb geschossen, halb geschlenzt setzte Wurth den Ball unhaltbar ins rechte obere Toreck zur Altdorfer Führung. Frank Müller kopfschüttelnd zum naiven Abwehrverhalten seiner Hintermannschaft: "Wir wussten genau, was kommt. Wir wussten es doch genau." Noch mehr Kopfschütteln beim Trainer verursachte aber das "alte Manko" des LFV in der Offensive: Das Auslassen klarer Torchancen. Eduard Schattschneider und Christian Haas, der von Beginn an spielte ("eine psychologische Entscheidung" ), hatten in der ersten Hälfte drei Großchancen auf Kopf oder Fuß. Die beiden Stürmer nutzten sie nicht. Die offensive Ausrichtung und die größeren Spielanteile des LFV brachte somit nichts.
Der Gastgeber dagegen zeigte sich deutlich effektiver. "Wir wussten, dass wir mit unserer Aufstellung stark im Kontern sind. Das hat sich vor allem in der zweiten Halbzeit ausgezahlt" , so der Altdorfer Trainer Richard Dura. Die Tore von Dominik Walters und Alexander Stang zum 3:0-Endstand gaben ihm Recht. "In unserer Situation tut dieser Sieg sehr gut" , fügte der Übungsleiter des FSV hinzu. Sein Gegenüber Frank Müller ordnete das Ergebnis seinerseits so ein: "Es ist eine ganz gefährliche Situation. Rumreden braucht man nicht mehr, wir stecken tief im Abstiegskampf und müssen schauen, dass wir nun im Kopf nicht verkrampfen."

FSV: Leibitz; Götsch, Holzmüller, Moser, Morat, Wildt (72. Griesbaum), Stang, Wurth, Beck, Sailer (38. Wolters), Oldak (65. Schwarz).

LFV: Müller; Blank, Blum, Ziegler (72. Häcker), Bel Yamani (82. Lüke), Anton, Martens, Röderer, Petereit (75. Aschentrup), Schattschneider, Haas.

Tore: 1:0 Wurth (56.), 2:0 Wolters (83.), 3:0 Stang (89.).

SR: Nacar (Offenburg).

Zuschauer: 250

Quelle: Badische Zeitung 20.10.2008