Die kurzen und prägnanten Sätze des Trainers
Der SC Kappel besiegt den FSV Altdorf beim Derby zum Saisonstart in der Landesliga vor 600 Zuschauern klar und verdient 
FUSSBALL-LANDESLIGA. SC Kappel- FSV Altdorf 4:2 (2:1) (bz). Hans-Peter Urban steht in der Sprecherkabine und greift wieder zum Mikrofon. Die zweite Halbzeit im Derby zum Saisonstart beginnt. 2:1 steht es da. Wie die Tore bis dato gefallen sind, Urban hat es nicht richtig gesehen.

Die drei Bäume vor der Sprecherkabine sind nicht gerade von Vorteil für den Job des Stadionsprechers: Sichtfeld stark eingeschränkt. Infos über Tore werden deshalb wahlweise per Handy vom Spielfeldrand oder ganz altmodisch per Bote dem Mann am Mikrofon übermittelt."Das klappt trotzdem" sagt Urban und lacht. 

Besser ist die Sicht hinter der Kappeler Trainerbank. Davor steht SCK-Coach Michael Ernst und brüllt immer wieder kurze prägnante Sätze in Richtung seiner Elf. "Umschalten, schnell" ist so einer, der oft zu hören ist. Der direkte Übergang von Abwehr in Angriff sei das A & O des Fußballs, so Ernst später. Seine Mannschaft setzt dies in einigen Situationen gut um, in anderen aber auch nicht. "Es war das erste Saisonspiel, da funktionieren manche Dinge noch nicht so. Völlig normal" , sagt Ernst, der während des Spiels kein einziges Mal sitzt, sondern immer am Spielfeldrand steht oder sich an die Bande lehnt. Geschrien wird aber nur im Stehen, nicht im Lehnen.
Ein anderer Ernst-Satz ist: "Sauber bis zum Schluss." Daran halten sich seine Spieler gegen Altdorf nicht so, wie es der Trainer gerne hätte, sagt er später. Trotz dass der SCK den FSV über die gesamte Spieldauer weitestgehend unter Kontrolle hat und etwa durch den Linxer Neuzugang Burrakkaan Kelleci durch einen Drehschuss von der Strafraumgrenze ins linke untere Eck zum 3:1 und Marizio Moog, der frei stehend den Altorfer Torwart Mathias Leibitz umkurvt zu sehenswerten und einfachen Toren kommt, es fehlt im Spiel der Heimmannschaft noch an der letzten Konsequenz im Abschluss. So kommt es, dass der fleißige Altdforfer Einwechselstürmer Steffen Müller zwölf Minuten vor Schluss das 2:4 aus Altdorfer Sicht erzielt und fünf Minuten vor Ende der Partie gar den dritten Gästetreffer auf dem Fuß hat. Kurz zuvor hatte da Burakkaan Kelleci seinen zweiten Treffer und die endgültige Entscheidung verpasst, was einen weiteren Satz von Michael Ernst, diesmal leise in Richtung seiner Bank gesprochen, nach sich zieht: "Wir machen den Sack nicht zu." Da das aber in diesem Derby zum Saisonstart nicht wirklich nötig ist — der Kappeler Sieg gerät nie wirklich in Gefahr — fasst der letzte kurze und prägnante Ernst-Satz direkt nach Schlusspfiff das Spiel (zumindest aus Kappeler Sicht) gut zusammen: "Ist okay." Im Hintergrund ist Sprecher Hans-Peter Urban zu hören, wie er sich über den Heimsieg freut.

SC Kappel: Müller; Dolanbay, Sagner (75. Tränkle), Kraemer, Rösch, Isele (70. Moog), Francabandiera, Hoch, Diebold (85. Maalmi), Ey, Kelleci.

FSV Altdorf: Leibitz; Oldak, Stang, Wild, Morat, Griesbaum, Moser, Wurth, Fleig (65. Schwarz), Henninger (42. Müller), Winterhalter (55. Beck).

Tore: 1:0  Rösch (3.), 1:1 Oldak (5.), 2:1 Diebold (44.); 3:1 Kelleci (58.), 4:1 Moog (75.), 4:2 Müller (78.).

Zuschauer: 600.

Quelle: Badische Zeitung 18.08.2008