Ein Abstieg in die Kreisliga B wäre zwar kein Beinbruch, würde aber die Kluft zur ersten Mannschaft vergrößern
Von unserem Mitarbeiter Udo Künster 
Durch einen 4:0 (2:0)- Heimerfolg gegen den SV Kippenheim hat sich der FSV Altdorf II in der Kreisliga A Süd alle Optionen in Richtung Relegationsspiele offen gehalten. Zahlreiche

Zuschauer verfolgten das Vorspiel zur Landesligabegegnung der ersten Mannschaft und spendeten am Ende ihren verdienten Applaus. Doch das Abstiegsgespenst wird die Altdorfer Reserve bis zum letzten Spiel am kommenden Wochenende beim Tabellenführer FV Unterharmersbach verfolgen.
"Unser Ziel sind die Relegationsspiele, die höchstwahrscheinlich der Viertletzte durchführen wird" , sagte Armin Bauer. Der Stellvertreter des Vorsitzenden Andreas Kremer konnte sich schon nach der ersten Halbzeit beruhigt zurücklehnen. Thorsten Griesbaum erzielte nach einem Freistoß aus dem Gewühl heraus die FSV-Führung, die von Spielertrainer Jens Wagner zwei Minuten vor der Halbzeitpause noch ausgebaut wurde. Altdorf nutzte geschickt die Kippenheimer Schwächen bei schnellen Gegenstößen und langen Bällen auf die Sturmspitzen aus. Von Nachbarschaftshilfe war in diesem Spiel nichts zu sehen. Wichtig war der dritte FSV-Treffer durch Dominik Wolters unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Trotzdem ließ sich die Mannschaft unerklärlicherweise in die eigene Hälfte zurückdrängen. Aber nachdem Kippenheim durch einen von Wladimir Sobnin nicht verwandelten Foulelfmeter die Möglichkeit zum Anschlusstreffer ausließ, stellte Alexander Block mit seinem sechsten Saisontreffer den Endstand der Begegnung her. Das Bemühen der Gäste, dem Spiel noch eine Wendung zu geben, hörte nun schlagartig auf.
Die Altdörfer Reserve hatte sogar noch Möglichkeiten, das Ergebnis auszubauen. Wobei das schlechteste Torverhältnis unter allen noch möglichen Abstiegskandidaten dem FSV im Saisonendspurt noch zum Verhängnis werden kann.
Doch wie soll es bei der Reserve weitergehen, wenn der viertletzte Platz nicht erreicht wird. "Es war von Anfang an unser Ziel, dass beide Teams die Klasse erhalten" , sagte Bauer. So wäre ein Abstieg der zweiten Mannschaft schon ärgerlich. Als Unterbau der Landesliga soll der eigene Nachwuchs hier seine Erfahrungen sammeln. "Deshalb hat die Reserve bei uns im Verein schon einen hohen Stellwert" , so Bauer. Sollte es oben eng werden, müssten sich natürlich alle Kräfte auf das Aushängeschild des Vereins konzentrieren. In der kommenden Saison werden sechs Spieler aus der A-Jugend in den Erwachsenenbereich wechseln. Davon sind zwei Perspektivspieler für die Erste. "Doch auch die müssen sich erstmal zurechtfinden und brauchen Zeit" , sagte Bauer. Auch für Neuzugänge aus anderen Vereinen wäre eine Mannschaft in der Kreisliga A als Unterbau sicherlich interessanter. Beide Teams trainieren gemeinsam, doch die Kluft zwischen erster und zweiter Mannschaft würde durch einen Abstieg noch größer werden. 
Dass es am letzten Spieltag ausgerechnet zum Meister FV Unterharmersbach geht, der nach siebzehn Siegen in Folge bei der SG Schweighausen die erste Niederlage der Rückrunde hinnehmen musste, macht die Aufgabe nicht einfacher. "Realistisch gesehen wird es sehr schwer, dort zu punkten" , sagte Bauer. Er stand bei der 0:6-Heimniederlage zum Ende der Vorrunde selbst in der Altdorfer Mannschaft. In Normalform ist Unterharmersbach ein übermächtiger Gegner. "Vielleicht aber wollen die gar nicht mehr feiern" , schmunzelte Bauer. Selbst ein Punktgewinn könnte am Ende das Erreichen des Zieles bedeuten. Von mehr will und kann der zweite Vorstand gar nicht träumen. "Ein Abstieg wäre sicher kein Beinbruch, aber ärgerlich" , sagte Bauer. 

Quelle: Badische Zeitung vom 26.05.2008