SG Schweighausen nach zwei Niederlagen in Folge wieder auf Erfolgsspur / FSV Seelbach vor Rückkehr in Kreisliga B 
Neun Tore, eine Rote Karte, zahlreiche Verwarnungen, drei Elfmeter — das Schuttertalderby zwischen der SG Schweighausen und dem FSV Seelbach ließ beim 5:4 (3:1)-Erfolg der Mannschaft aus dem Bergdorf keine Wünsche offen. Es führte zwei Trainer zusammen, die ihre Vereine am Saisonende verlassen. Während die SGS sich Platz drei zum Ziel gesetzt hat,

müssen sich die Gäste aus dem unteren Schuttertal immer mehr mit dem sofortigen Wiederabstieg anfreunden.
SGS-Trainer Hans-Georg Bury hatte im Vorwort zum Spiel das Verhalten seiner Offensivabteilung angeprangert. Seine vier Stürmer vereinen mehr als die Hälfte der Gelben Karten auf sich. "Das dürfte wohl einmalig auf der Welt sein" , schrieb Bury. Seine mahnenden Worte hielten aber nicht lange. Philipp Brosamer nahm nach nur wenigen Minuten den Ball mit der Hand mit — die erste Gelbe Karte. Und nach fünfzehn Minuten stoppte er in bester Handballer-Manier das Leder mit beiden Händen. Die zweite Gelbe Karte und der frühzeitige Ausschluss folgte. Ein Platzverweis, der zunächst keine Spuren hinterließ. Im Gegenteil. Alexander Schöpf erhöhte nach dem frühen Führungstor durch Jürgen Himmelsbach mit zwei Treffern innerhalb von vier Minuten auf 3:0 — unter Mithilfe der Seelbacher Abwehr, in der ersten Halbzeit eher Vorbereiter gegnerischer Chancen als Toreverhinderer.
"Das war ein Spiegelbild der bisherigen Saisonspiele" , sagte FSV-Spielertrainer Edi Lauer. Der 44-jährige Dreher — über 90 Minuten aus der Abwehr heraus Antreiber und sicherer Elfmeterschütze — wollte aber niemandem einen Vorwurf machen. "Die haben mit ihren pfeilschnellen Angriffsspitzen immer wieder für Nadelstiche gesorgt" , so Lauer.
Der Seelbacher Coach musste dabei an Alexander Schöpf denken. Dieser wurde immer wieder mit langen Bällen gesucht und sorgte für ständige Unruhe im Seelbacher Strafraum. Zur Freude seines Vaters Manfred, der ihn von der Seitenlinie mit der Fahne in der Hand immer wieder anfeuerte. Nur einmal gerieten beide aneinander. Alexander wollte einem Gegner nach einem Wadenkrampf behilflich sein, was Manfred Schöpf nicht gefiel. Doch der Sohn mahnte ihn zur Ruhe. "Das mag er nicht, wenn man von außen ins Spiel ruft. Er ist ruhiger, ich dafür hitziger" , schmunzelte SGS-Spielleiter Schöpf. Wobei sein Sohn nicht nur auf dem Spielfeld Kilometergeld beanspruchen könnte. Unter der Woche absolviert der 23-Jährige ein Technikerstudium in Stuttgart und kommt erst am Freitag zum Abschlusstraining ins Schuttertal. Er hält sich aber vor Ort fit. Drei Tore, zwei durch Elfmeter, waren der Lohn der Anstrengungen.
"In der Vorrunde hat der Sieg in Seelbach die Wende zum Besseren eingeleitet, vielleicht gelingt uns das wieder" , sagte Hans Bury. Der 44-jährige Kommunalbeamte bei der Stadt Emmendingen möchte mit seiner Elf noch den dritten Platz erreichen, bevor er am Ende der Saison das Schuttertal in Richtung Heimatverein SV Broggingen verlässt. Edi Lauer hingegen möchte noch den Klassenerhalt erreichen. Ansonsten trifft er mit seinem neuen Verein VfR Allmannsweier in der neuen Runde in der Kreisliga B auf die Seelbacher.
Die Lage
Mit einem Sieg im Schuttertalderby gegen den FSV Seelbach beendete die SG Schweighausen eine Durststrecke von drei sieglosen Spielen in der Kreisliga A Süd. Während die Seelbacher sich immer mehr mit dem Abstieg beschäftigen müssen, scheint der SV Grafenhausen den Weg aus dem Tabellenkeller zu finden. Mit dem Auswärtssieg beim FSV Altdorf II hielt die Mannschaft von Spielertrainer Klaus Stubert einen Verfolger auf Distanz. Der SV Oberschopfheim mit einem Heimsieg gegen den SV Kippenheim sowie die TGB Lahr bleiben mit Grafenhausen Punktgleich. Der TuS Mahlberg leistete mit einem Sieg gegen den FC Wolfach den Nachbarvereinen Schützenhilfe.

Quelle: Badische Zeitung vom 28.04.2008