Die Baisroler Straßen waren gestern einmal mehr fest in Narrenhand. Rund 1000 Hästrager und einige Motivwagen schlängelten sich beim Fasentsumzug der Sendewelle durch Altdorf und sorgten für ein farbenfrohes Bild.
Die Vereine hatten sich gut auf die Wetterkapriolen eingestellt und belohnten mit allerlei Aufwärmenden das Ausharren bei Schmuddelwetter am Straßenrand. Auch viele Privatpersonen ließen sich nicht lumpen und schenkten Bestes aus ihren Weinkellern aus. Die Reitergruppe des RFV Altdorf und die Musikanten von Dirigent Wolfgang Schaudt sorgten für eine freie Umzugsstrecke und den richtigen Marschrhythmus. Die Hästräger der Altdorfer Zunft gaben den Narrenbaum das Geleit. Aus der Ehrenkutsche grüßte – letztmals in offizieller Mission – Ortsvorsteher Hans Hug das Narrenvolk. Ihm zur Seite saß sein Stellvertreter Wolfgang Weber sowie Zunftmeister Achim Oswald und Lichtbewahrer Bernd Märker. Sie sparten weder mit Narri-Narro Rufen noch an Süßigkeiten, die sie in die Menge warfen.

Erstmals auf heimischer Strecke zeigten sich die "Sunnebergwieber" und verwöhnten die Besucher mit Leckerem aus dem Vesperkorb. Verfolgt wurden sie vom Sendewelle-Express des Kinderballetts. Ein Genuss für Ohr und Auge war einmal mehr auch die Abordnung der Altdorfer Schule. Die Kinder aus der zweiten und vierten Klasse sowie der Creativ AG hatten sich als Hexe Lili kostümiert und waren mit ihrem Motiv auf Superstarsuche. Große Abordnungen kamen von den "Wölfen" aus Ettenheimweiler und von der Patenzunft "Hanfrözi" aus Rust. Vom Pfauenwagen grüßte in diesem Jahr Vogt Benjamin I.

Ein Höhepunkt der Altdorfer Kampagne ist jedes Jahr der Preismaskenball des FSV Altdorf. Für die prämierten Gruppen ist es Ehrensache mit ihren Motiven sich im Altdorfer Zug einzureihen. Erstplatziert war in diesem Jahr die Gruppe Frauen-Power, die mit einer Carl Lagerfeld-Kollektion aus kunstvoll genähten Plastikeinkaufstüten ein besonderer Blickfang war. Auf dem zweiten Platz landete die 25-köpfige FSV-AH Gruppe mit selbst genähten grünen Kostümen als "Smaragdhexen" aus der Welt des "Zauberers von Oz". Ein Augenweide waren die Mädchen der FSV-Dancing Company, die als Cowboys oder feurige Spanierinnen über die Straßen wirbelten. Aus dem Baisroler Nachbarschaft dabei waren die Wilden Christen, erstmals in neuem Fasenthäs, ebenso die Narrenzunft Hornig, die Hellauen und Garde der Kolpingfamilie Önsbach, die Lurewieble Schuttertal, die Hopfendrescher Müllen, die Friesenheimer Fasentzunft und die Rohrloch Hexen aus Ottenheim.

Für Aufmerksamkeit am Umzugsrand und ordentliche Phonstärke sorgten die Inuit des SC Orschweier, die Bay-Watch Lebensretter der 1. Mannschaft des FSV Altdorf und die Gruppe Black Mamba aus Altdorf. Ein besonderer Hingucker waren die hübschen "Gestiefelten Kater" aus Grafenhausen. Außer den Schaudt-Musikanten trommelten und bliesen die Stadtkapelle Ettenheim, die Musikkapelle Rust, der Fanfarenzug Rust und der Musikzug aus Orschweier was das Zeug hielt. Nicht wegzudenken aber auch die Clowns der "Drums und Guns" des Schützenvereins Altdorf. Für viel Unruhe vor allem unter dem Jungvolk sorgten die Altdorfer Roßbachhexen mit Stempeln und Konfettiportionen. Aus der Kernstadt über den Brünnelinsgraben fanden die Hähnlefeldhexen und die Schellenclowns den Weg nach Baisrol.

Quelle: Badische Zeitung vom 23.02.2009